Schloss Hof
Die im 12./13. Jahrhundert erwähnte "Veste Hof" war im Besitz der Eckartsauer, die bis 1507 das Privileg auf den Schutz der Furt über die March besaßen, danach war sie im Besitz der Pollheimer. Aufgrund laufender Schäden durch Überschwemmungen verlegte Friedrich von Pranckh die Burg 1620 auf den "Hofberg".
Prinz Eugen erwarb 1725 die Burg und den Markt Hof. Er ließ die Burg von Johann Lucas von Hildebrandt wesentlich zu einem Barockschloss erweitern, um es als Sommerschloss zu benutzen. Wie im Schloss Belvedere in Wien erhielten auch hier die Kaisersteinbrucher Meister, Leitung Hofsteinmetzmeister Elias Hügel, große Aufträge. Im Inneren des Gebäudes, aber vor allem in den Gartenanlagen.
Vererbt wurde es von Prinz Eugen an seine Nichte, Anna Viktoria von Savoyen, die es aber im Zuge ihrer Scheidung von Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen an diesen verlor. Von ihm erwarb es Maria Theresia im Jahr 1755 und Joseph II. erweiterte es 1772 noch um ein Stockwerk.
Unter Franz Joseph wurde das Schloss der k.u.k. Armee als Ausbildungslager übergeben. Das Mobiliar wurde in Wien in verschiedenen Depots untergebracht.
Während des Zweiten Weltkrieges war hier die deutsche Wehrmacht, sowie in der anschließenden Besatzungszeit die Rote Armee untergebracht.
Schloss Hof spiegelt mit sehr vielen originalen Einrichtungsgegenständen den Prunk der damaligen Zeit wider. Es wurde im Zuge der Vorbereitung der Landesausstellung im Jahr 1986 wieder renoviert. So wurden viele Einrichtungsgegenstände, die in verschiedenen Depots in Österreich lagerten oder auch in ausländischen Botschaften ihren Dienst versahen, in das Schloss zurück geholt. Eine erweiterte Renovierung erfolgte als Vorbereitung zur Durchführung von Gipfeltreffen anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2006. Die Orangerie im Meierhof wurde revitalisiert und Anfang Mai 2007 eröffnet. Auch für die kommenden Jahre ist eine weitere Renovierung noch nicht restaurierter Teile des Schlosses, sowie des letzten Teils des Gartens geplant.
Jeden Sommer findet das "Große Barockfest" statt. Hier wird das Zeitalter des Barocks wiederbelebt mit Menuetttänzen und Feuerwerken. Gäste dürfen nur in barocker Verkleidung erscheinen.
Barockgarten
Auf dem 50 ha großen Areal befindet sich auch ein großer Barockgarten mit vielen Pavillons, Brunnen und Statuen. Kaiserstein aus Kaisersteinbruch ist hier in vielfältiger Form verarbeitet, wie so oft als Stufenstein der großen Freitreppe, bei den Brunnenanlagen, aber auch als Bildhauerstein, wie bei den beiden Sphingen auf dem Podest. Wenn der Kaiserstein direkt vom Steinbruch kommt, lässt er sich wunderbar bearbeiten. Lorenzo Mattielli hatte diese Qualität schon bei den Fassadenreliefs beim Stadtpalais des Prinzen Eugen kennengelernt.
Er gliedert sich in sieben Terrassen, von denen bis auf eine alle restauriert wurden. Der Garten ist europaweit einer der wenigen, die im Laufe der Zeit von ihrem Aufbau her nicht verändert wurden. Der Park ist zwar im Lauf der Zeit verwildert, wurde aber in den letzten Jahren nach alten Plänen und historischen Aufzeichnungen rekonstruiert. Das war möglich, da die Pläne des Gartens, die lange verschollen waren, im Jahr 2005 in Tirol wieder auftauchten. Die Beete werden auch soweit wie möglich mit den Originalpflanzen der damaligen Zeit bepflanzt. Sowohl bei der Frühjahrs- als auch bei der Sommerbepflanzung, werden die genauen prozentuellen Farbanteile wie damals beibehalten.
Gartenbeschreibung
Der Barockgarten besteht aus 7 Terrassen, die sanft nach Osten zur March hin abfallen. Von wem der Gartenentwurf stammt ist nicht eindeutig gesichert. Das Konzept der abfallenden Terrassen wird Lucas von Hildebrandt und die Gestaltung des Gartens dem Fontainier Dominique Girard zugeschrieben. Die Ausführung lag in den Händen des Garteninspektors Anton Zinner sowie des Feldingenieurs Ludwig Seibb. Als Quellen für die Gartengestaltung dienen die drei Gemälde Canalettos von Schloss Hof aus der Zeit um 1760: Die Ehrenhofseite, die Gartenansicht und die Ansicht von Norden, alle im Kunsthistorischen Museum in Wien.
Weiters sind vier Pläne des Gartens bekannt:
- Der Windpässingerplan, entstanden um 1727, im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Er stammt von Johann Georg Windpässinger und zeigt die ersten drei Terrassen und den Meierhof. Bemerkenswert ist die detailgenaue Darstellung der Broderieparterre.
- Der Albertina Plan aus der Zeit nach 1775 in der Grafischen Sammlung Albertina. Dieser Plan zeigt alle 7 Terrassen. Obwohl er in der 2. und 3. Terrasse keine Details darstellt, ist er für die weiteren Terrassen 5, 6 und 7 von besonderer Bedeutung.
- Der Gruberplan aus der Zeit um 1825 ebenfalls in der Grafischen Sammlung Albertina. Er ist im Wesentlichen mit dem Albertina Plan vergleichbar, zeigt jedoch bereits Reduktionen bei den aufwendigen Treillagen auf der 5. Terrasse.
- Der Zinnerplan wurde erst 2005 in einem Archiv in Innsbruck entdeckt und zeigt außer einer genauen Darstellung der Broderieparterre auch die Pavillons der Treillagen auf der 5. Terrasse.
Meierhof
Auch der barocke Gutshof, einer der größten Meierhöfe in Europa, wurde wieder renoviert und für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Im Meierhof wurden Werkstätten eingerichtet, anhand derer die Besucher das barocke Leben kennenlernen können (Drechslerei, Töpferei, Korbflechterei, Gärtnerei, Schnapsbrennerei). Die Orangerie zählt zu den größten und auch ältesten (1729/30) barocken Bauten dieses Typus in Europa. Zudem besitzt sie die einzige erhaltene und wieder in Funktion gesetzte unterirdische Warmluftheizung.
Außerdem befinden sich damalige Haustierrassen in den Stallungen und auf den Weiden des Hofes. Beteiligungen an Zuchtprogrammen sollen ein Aussterben mancher Rassen, wie der früher in der Monarchie vorkommenden Noniuspferde, verhindern. Auf den Weiden weiden Lipizzaner, Noriker-Pferde, Brillenschafe und Kamele, sowie einige der weltweit letzten weißen Esel.
Zu den Marchfeldschlössern gehört noch Schloss Niederweiden und Schloss Eckartsau.

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